A 6 - Wie kann ich bewusster leben?
Sieben kleine Gedanken für ein Leben, das nicht ständig auf später warten muss
Vielleicht ist „bewusst leben“ viel einfacher, als wir daraus manchmal machen.
Wir brauchen dafür kein vollkommen neues Leben.
Keinen Rückzug aus der Welt.
Keine komplizierte Methode.
Vielleicht müssen wir lediglich wieder häufiger bemerken, dass unser Leben gerade stattfindet.
Hier.
Heute.
Mitten zwischen all den gewöhnlichen Dingen.
1. Beginne den Tag nicht sofort mit der ganzen Welt
Viele Menschen greifen morgens als Erstes zum Telefon.
Noch bevor der eigene Tag richtig begonnen hat, sind bereits Nachrichten, Probleme und Erwartungen anderer Menschen im Kopf.
Vielleicht kannst du dir gelegentlich fünf Minuten schenken, bevor die Welt hereinströmt.
Kaffee.
Tee.
Ein Fenster öffnen.
Den Himmel ansehen.
Nichts Besonderes.
Nur dein eigener Morgen.
2. Tue manchmal nur eine Sache
Wir essen und lesen Nachrichten.
Wir telefonieren und räumen auf.
Wir schauen einen Film und beantworten gleichzeitig Nachrichten.
Unser Körper ist an einem Ort, unsere Aufmerksamkeit an fünf anderen.
Versuche gelegentlich nur eine Sache zu tun.
Wenn du Kaffee trinkst, trink Kaffee.
Wenn du einem Menschen zuhörst, höre zu.
Wenn du spazieren gehst, gehe spazieren.
Vielleicht wird dadurch nicht mehr Zeit entstehen.
Aber möglicherweise fühlt sich die vorhandene Zeit wieder mehr nach Leben an.
3. Nimm die kleinen Dinge ernst
Wir warten häufig auf besondere Augenblicke.
Den Urlaub.
Die Reise.
Die Feier.
Das große Ereignis.
Doch der größte Teil unseres Lebens besteht aus ganz normalen Tagen.
Vielleicht liegt deshalb gerade dort etwas Wertvolles.
Der Duft am Morgen.
Sonne im Gesicht.
Ein vertrautes Lachen.
Eine Mahlzeit.
Musik.
Ein Gespräch.
Das Meer.
Ein Baum.
Ein Tier.
Ein stiller Augenblick.
Das Kleine ist nicht die Pause zwischen den wichtigen Dingen.
Es ist ein großer Teil unseres Lebens.
4. Frage dich, wofür du deine Zeit verwendest
Zeit ist demokratisch verteilt.
Jeder Tag bringt zunächst dieselben 24 Stunden.
Natürlich unterscheiden sich unsere Verpflichtungen enorm.
Doch trotzdem lohnt gelegentlich die Frage:
Wie viel meiner verfügbaren Zeit fließt in Dinge, die mir wirklich etwas bedeuten?
Nicht alles kann Freude machen.
Aber wenn fast nichts mehr davon übrig bleibt, dürfen wir vielleicht etwas verändern.
5. Sage Menschen, was sie dir bedeuten
Wir denken viele schöne Dinge über Menschen und sprechen erstaunlich wenige davon aus.
Sie weiß doch, dass ich sie liebe.
Er weiß doch, dass ich dankbar bin.
Vielleicht weiß der andere es.
Aber warum nicht trotzdem sagen?
Ein Satz kostet wenige Sekunden.
Und manchmal bleibt er ein Leben lang.
6. Verschiebe nicht alles auf irgendwann
Natürlich müssen wir planen.
Und manches ist heute nicht möglich.
Doch „irgendwann“ kann auch zu einem Lagerraum für ungelebte Wünsche werden.
Welche Sache möchtest du seit Jahren tun?
Wen möchtest du besuchen?
Welches Gespräch möchtest du führen?
Was möchtest du lernen?
Vielleicht kannst du nicht heute alles verwirklichen.
Aber vielleicht kannst du heute den ersten kleinen Schritt tun.
7. Erinnere dich daran, dass dieser Tag zählt
Heute muss nichts Besonderes passieren.
Vielleicht ist genau das das Besondere.
Ein gewöhnlicher Tag.
Ein Tag deines Lebens.
Er kommt kein zweites Mal.
Das soll keine Angst machen.
Im Gegenteil.
Es kann eine Einladung sein.
Nicht jede Minute perfekt auszukosten.
Nicht zwanghaft glücklich zu sein.
Sondern immer wieder zurückzukehren.
Zu diesem Augenblick.
Zu den Menschen, die da sind.
Zu dir selbst.
Das Leben braucht nicht perfekt zu sein, um gelebt zu werden
Vielleicht warten wir manchmal auf den Moment, in dem alles stimmt.
Die Gesundheit.
Das Geld.
Die Beziehung.
Die Arbeit.
Unsere Stimmung.
Aber ein solcher Zustand hält wahrscheinlich nie dauerhaft an.
Leben geschieht auch mit offenen Fragen.
Mit Sorgen.
Mit Fehlern.
Mit Umwegen.
Und mitten darin dürfen Freude, Dankbarkeit und Nähe trotzdem existieren.
Vielleicht bedeutet bewusst leben deshalb nicht, jeden Augenblick besonders zu machen.
Vielleicht bedeutet es einfach:
den Augenblick nicht ständig zu übersehen.
Und wenn du aus diesem Artikel nur einen Gedanken mitnimmst, dann vielleicht diesen:
Heute ist kein Probetag für dein eigentliches Leben.
Vergiss nicht zu leben.
Wenn du diesen Gedanken vertiefen möchtest
Falls du nach Anregungen suchst, findest du sie in dem Buch "Vergiss nicht zu leben".
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